Red Sparrows verlieren Handball-Krimi

Red Sparrows HSG Freiburg - SG H2Ku Herrenberg 17:20 (6:14)  In einem spannungsgeladenen Handball-Krimi unterlagen die Red Sparrows dem Gast aus Herrenberg in der ausverkauften Gerhard Graf Halle. 

„Eine Katastrophe. Schlimmer kann man nicht spielen.“ beschrieb Freiburgs Trainer Ralf Wiggenhauser die erste Halbzeit und traf damit den Nagel auf den Kopf. Denn was seine Mannschaft in den ersten 30 Minuten zeigte, war nicht zweitligatauglich. 

RED SPARROWS SICHTLICH NIEDERGESCHLAGEN NACH ABPFIFF. FOTO: PATRICK SEEGER

Lediglich Lena Fischer zeigte in der ersten Halbzeit eine starke Leistung. Innerhalb von nur zwei Minuten konnte sie drei 7-Meter am Stück halten, doch aus dieser starken Sequenz konnten die Sparrows keine Kraft, keinen Impuls ziehen und gerieten so unter die Räder. 


LENA FISCHER ZEIGTE WIEDER EINMAL EINE STARKE LEISTUNG IM TOR DER FREIBURGERINNEN. FOTO: PATRICK SEEGER

Die SG H2Ku Herrenberg dominierte das Spiel und der Trainer der SG, Mike Leibbsle, freute sich im Anschluss zu Recht vor allem über die überragende Defensivleistung seiner Mannschaft: „Wir haben nur 6 Tore in der ersten Halbzeit kassiert, davon vier aus dem Feld. Da muss ich meine Mannschaft loben.“ Freiburg war sichtlich erleichtert, als die Halbzeitsirene dem Grauen ein Ende setzte. Das Ergebnis von 6:14 hätte auch deutlich höher ausfallen können und es schien utopisch, dieses Spiel noch zu drehen, wie Wiggenhauser resümierte und hinzufügte: „In der ersten Halbzeit sind wir nicht in die Tiefe gegangen, haben nur parallel gespielt, zu viele Fehler gemacht. Ich war kurz davor, die ganze Mannschaft auszutauschen. Aber was dann kam war einfach eine Sensation.“ Denn mit Beginn der zweiten Hälfte lag von Anfang an etwas in der Luft. Das sensationelle Publikum in der Halle peitschte das Team voran. Die Red Sparrows legten noch einmal alles in die Waagschale und nach nur wenigen Minuten glaubte jeder Zuschauer und jede Spielerin an die „Sensation“.  Tor für Tor kam man nun heran. Spielerinnen wie Rebecca Dürr gingen voran und gaben das Tempo und den Einsatz vor. In den ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte konnte die Freiburger Defensive die Gäste bei nur drei Treffern halten und die Sparrows kamen auf drei Tore heran. Das Wunder war greifbar nah. Die Halle kochte.  Treffer Leonie Hartl, Denise Schwaiger, Rebecca Dürr. Ausgleich! Unglaublich! Es stand 17:17 nach 54 Minuten und alle Weichen waren auf Heimsieg gestellt. Das Momentum war nun klar auf Freiburger Seite und Herrenberg musste ein Timeout nehmen: „An diesem Punkt weiß keiner wie das Spiel ausgeht. Wir hatten über 30 Minuten das Nervenflattern. Die Stimmung war Wahnsinn! So etwas habe ich noch bei keinem anderen Team in der 2. Bundesliga erlebt.“, blickte Mike Leibbsle auf die entscheidende Phase der Partie zurück. 


TRAINER RALF WIGGENHAUSER WÄHREND DES SPIELS FOTO: PATRICK SEEGER

Die Red Sparrows konnten bisher jeden Sieg der Saison nur knapp mit einem Treffer Vorsprung holen und Trainer Wiggenhauser sprach schon immer davon, dass solche knappen Partien auch in die andere Richtung kippen können. Dies war, aus Freiburger Sicht, leider eines dieser Spiele. In den letzten 6 Minuten gelang ihnen kein erfolgreicher Torabschluss mehr und somit verlor man am Ende dann doch nach einer spektakulären Aufholjagd die Partie mit 17:20.  „Aus meiner Sicht wäre ein gerechtes Unentschieden minimum drin gewesen für Freiburg“, gab Mike Leibbsle im anschließenden Match-Talk zu. Ehrliche Worte eines fairen Siegers. Aber schlussendlich waren die starken zweiten 30 Minuten von Freiburg zu wenig, um die katastrophale erste Halbzeit auszugleichen und somit ging der Sieg für Herrenberg in der Summe in Ordnung. 


Auf die SG H2Ku Herrenberg wartet nun ein schweres Heimspiel gegen die HL Buchholz 08-Rosengarten und auf die Red Sparrows kommt das schwerste Heimspiel der Saison zu. Niemand geringeres als das ungeschlagene Top-Team SV Union Halle-Neustadt ist zu Gast in der Gerhard Graf Halle: „Wir haben nichts zu verlieren!“, blickte Red Sparrow Rebecca Dürr voraus. 

Bericht: Vincent Edte Fotos: Patrick Seeger

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