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  • Red Sparrows HSG Freiburg

Niederlage gegen den Meister

Red Sparrows HSG Freiburg – HL Buchholz-Rosengarten 25:29 (12:16).


Die Handball-Luchse haben auch die dritte Partie in dieser Saison ohne Blessuren überstanden und bauten damit ihre makellose Bilanz auf 6:0 Punkte aus. Allerdings sah sich der Meister der vergangenen beiden Spielzeiten bei seinem Trip in den Breisgau vom Aufsteiger HSG Freiburg mehr gefordert als ihm lieb war. „Freiburg hat es uns so schwer gemacht wie keine Mannschaft zuvor in dieser Runde“, bekannte Gästetrainer Dubravko Prelcec und fügte anerkennend sogar hinzu: „Ich bin mir nicht sicher, ob heute die bessere Mannschaft gewonnen hat“. Gut, es gab für sein Team bislang ja auch erst zwei Begegnungen. Dies kann die starke Leistung der Gastgeberinnen allerdings nicht schmälern.


Denn die Red Sparrows zeigten keine Angst vor großen Namen und dem beinahe übermächtigen Gegner. Sie waren eigens für den Titelverteidiger und ob des zu erwartenden Publikumsinteresses erstmals von ihrer Stammadresse Gerhard-Graf-Sporthalle in die vor allem für die Zuschauer etwas komfortablere Wentzinger-Sporthalle umgezogen und wurden dafür mit einer prächtigen Kulisse von mehr als 500 Besuchern belohnt. Mit etwas mehr Cleverness im Ausnutzen der Torchancen hätte in der Anfangsphase deutlich mehr als die schnelle 1:0-Führung herausspringen können. Zumal HSG-Torhüterin Lena Fischer erneut einen Glanztag erwischte und Paraden in Serie lieferte. So gelang den Luchsen aus der Nordheide erst nach sieben Minuten der 1:1-Ausgleich.


Auch danach hielten die Red Sparrows die Begegnung offen, legten bis zum 3:2 weiterhin vor und hielten bis zum 7:8 (16.) engen Kontakt. Als sich danach aber einige Ungenauig-keiten ins Freiburger Angriffsspiel einschlichen, die Deckung der Luchse nun auch stabiler stand, war der Meister sofort da und zog auf 12:7 und kurz nach der Pause auf 17:12 davon. Vor allem durch schnelle Konter und Kreisanspiele auf die großgewachsene, physisch robuste Evelyn Schulz kamen die Luchse zum Torerfolg, nutzten die Freiburger Fehler gnadenlos.


Allerdings kämpften sich die Freiburgerinnen mit großem Einsatz immer wieder heran, ließen sich auch durch eine kurze Deckung gegen Torjägerin Nadine Czok sowie den mehrfachen Wechsel der Abwehrsysteme nicht aus dem Gleichgewicht bringen. Der Lohn ihrer unermüdlichen Anstrengungen war der Anschlusstreffer von Kreisläuferin Carolin Spinner zum 17:18 (41.). Auch eine Auszeit der Luchse, in der Coach Prelcec äußerst laut und deutlich werden musste, brachte sein Team zunächst nicht wieder auf Kurs. Und als Angelika Makelko die HSG auf 18:19 und 19:20 (43.) heranwarf, gab es sogar die Chance zum Gleichstand, doch vergaben die Red Sparrows diese trotz der lautstarken Unterstützung ihrer Fans im Übereifer leichtfertig – mit einem Fehlpass ins Seitenaus.


Kurz darauf nutzte der Meister drei weitere Freiburger Fehlwürfe und technische Patzer, um sich mit Tempogegenstößen und blitzschnellen, automatisierten Passfolgen sowie dank ihrer individuellen Klasse entscheidend auf 23:19 (45.), 24:21 und 27:21 abzusetzen. Vor allem Sarah Lamp, die keinen Zweikampf scheute, mit vollem Körpereinsatz wiederholt Lücken in der HSG-Abwehr fand und mit sechs Treffern zusammen mit Marthe Nicolai erfolgreichste Werferin war, zeichnete sich dabei aus. Der Rest war Formsache, auch wenn die Red Sparrows, die Luchse-Torjägerin Johanna Heldmann gut im Griff hatten, nie aufgaben und am Ende noch einmal auf 25:29 verkürzen konnten


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Trainerstimmen

Luchse-Trainer Dubravko Prelcec: Freiburg hat es uns so schwer gemacht, wie bisher noch keine Mannschaft. Ich bin total unzufrieden mit der Leistung  meiner Spielerinnen, die den Gegner offenbar nicht richtig ernst genommen haben, obwohl ich bei der Besprechung vorher im Hotel darauf hingewiesen habe und wir uns in aller Ruhe zwei Wochen lang darauf vorbereiten konnten. Vor allem in unserer Abwehr gab es Schwächen, dabei war die Abwehr im Vorjahr der Garant für unsere Meisterschaft. Freiburg hat nie aufgegeben, anders als die meisten Mannschaften gegen uns, und alles aus sich herausgeholt. Wir haben einen so einen harten Kampf nicht erwartet. Ich bin mir nicht sicher, ob heute wirklich die bessere Mannschaft gewonnen hat.


Sparrows-Trainer Ralf Wiggenhauser: Es war eine phantastische Stimmung in der Halle, die uns weit getragen hat. Wir wollten mutig spielen, das hat meine Mannschaft 60 Minuten lang in einem tollen Spiel getan. Daher bin ich sehr stolz auf ihre Leistung, vor der ich nur den Hut ziehen kann. In der ersten Halbzeit haben wir zu viele Gegentore vom Kreis kassiert, nach der Pause stand die Abwehr besser. Mir ist heute das Herz aufgegangen, dieses Spiel gegen die Luchse war ein absolutes Highlight. Deren körperliche Präsenz und spielerische Präzision sind eine ganz andere Welt. Aber wir haben erneut gezeigt, dass wir mit unserem Teamgeist mithalten können. Vielleicht wäre sogar noch etwas mehr drin gewesen, wenn wir nicht vier Siebenmeter vergeben hätten.


Red Sparrows: Fischer, D’Arca; Baum (1), Makelko (5), Schwaiger, Dürr (1), Spinner (4/1), Burgert (2), Czok (6/4), Hartl, Falk, Zeides (1), Peter (2), Lipps (3).


HL Buchholz-Rosengarten: Vogel, Löbig; Schulz (5), Land (5), Kadenbach (1/1), Heldmann (2), Nicolai (6), Lamp (6/1), Berndt (1), Giest (1), Hauf, Borutta, Puls (2).


Schiedsrichter: Philipp Dinges/Tobias Schmack.

Zuschauer: 500.


Bericht: Jochen Dippel


Fotos: Patrick Seeger

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